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Vorteilhaft



Morchel

Stinkmorchel

Phallus impudicus (Fr. ex L.)

Stinkmorchel - Phallus impudicus (Fr. ex L.)Kaum sind wir einige Meter in den Wald eingedrungen, so stellt unser Begleiter fest, dass es hier Stinkmorcheln geben müsse, obwohl er dieses Waldstück selbst noch nie betreten hat. Der starke, aasartige Geruch, der schon lange wahrnehmbar ist, bevor man den Pilz zu Gesicht bekommt, hat seine Anwesenheit verraten.

- Merkmale: Im Jugendstadium lebt die Stinkmorchel unterirdisch, als eine Knolle von Hühnerei- bis Faustgröße und wird in diesem Zustand als Hexen- oder Teufelsei angesprochen. Nachdem der Scheitel des Hexeneis den Waldboden durchbrochen hat, platzt dieses auf und nun wächst überraschend schnell der Stiel mit dem Hut heraus. Er ist bis 20 cm hoch, weiß, von löcherig-zelliger Struktur, innen hohl. An seinem oberen Ende trägt er eine fingerhutförmige Kappe. Diese ist mit einem olivfarbenem Schleim bedeckt, der einen widerlichen, aasartigen Geruch verbreitet. Dieser Geruch lockt Insekten, hauptsächlich Fliegen, oft auch Mistkäfer an, welche die in der grünlichen Substanz enthaltenen Sporen verbreiten. Ist diese ganz abgetropft, so bleibt ein löcherig, grubiger Kegel zurück, der Stiel wird schlaff und sinkt in sich zusammen.

- Vorkommen: Die Stinkmorchel ist ein sehr häufiger Pilz, der hauptsächlich in Nadelwäldern, doch auch in Laubwäldern vorkommt. Sie wächst von Juni bis in den Herbst, gerne gesellig in kleinen Gruppen, überall in der gemäßigten Zone.

- Verwechslung : In den Dünen der Meeresküsten und in Weinbergen findet sich eine Stinkmorchel, die sich durch eine rötlich-violette Haut des Hexeneis unterscheidet, die Dünenstinkmorchel, Phallus hadriani (Vent.) Pers. Sollte man das Glück haben, eine Stinkmorchel zu finden, die am Stiel ein Gebilde wie einen Spitzenschleier trägt, so hat man einen bemerkenswerten Fund gemacht, nämlich eine sogenannte Schleierdame, Dictiophora duplicata (Bosc.) E. Fischer, die aus Amerika eingewandert ist. Man versäume nicht, eine solche Seltenheit an ein botanisches Institut zu melden.

- Verwendung: Reife Stinkmorcheln sind wegen ihres Geruchs ungenießbar. Es finden sich aber Liebhaber, die die Hexeneier wie Röstkartoffeln zubereiten und dieses Gericht als Delikatesse preisen. Die meisten Pilzfreunde können sich aber für derartige Leckerbissen nicht erwärmen.















Speisemorchel

Morchella esculenta Pers.

Speisemorchel - Morchella esculenta Pers.Wenn man Morcheln suchen will, dann geht man nicht dorthin, wo man gewöhnlich seine Pilze heimholt, also nicht in die großen Laub- und Nadelwälder, sondern in flußbegleitende Auwälder, wo sie auf sandigem Aulehm unter Ulmen, Eschen und Pappeln, bei genügendem Kalkgehalt des Bodens zu finden sind.

- Merkmale: Hut: In der Größe und Gestalt sehr veränderlich, im Mittel 7 cm hoch und bis 5 cm breit. Die ganze Hutoberfläche ist durch Längs- und Querleisten netzartig aufgeteilt, einer Bienenwabe nicht unähnlich, gelblich lederfarben, manchmal auch mehr grau. Stiel: Bis 6 cm hoch, außen feinkleiig, innen hohl. Fleisch: Weiß, wachsartig, brüchig.

- Vorkommen: Im April und Mai nach warmen Regenfällen, auch auf Brandstellen, standorttreu.

- Verwechslung: Mehrere Unterarten wurden beschrieben, die aber alle essbar sind. Gefährlich wäre eine Verwechslung mit der giftigen Frühjahrslorchel, Gyromitra esculenta (Pers.) Fr., die aber in sandigen Kiefernwäldern wächst, Kalkboden scheut und eine dunkelbraune, mit gehirnartigen Windungen versehene Kappe hat. Sie wird zwar nach Abkochen und Wegschütten des Kochwassers auch gegessen, doch kann von ihrer Verwendung nur dringend abgeraten werden.

- Verwendung: Die Speisemorchel ist ein viel gesuchter, beliebter Frühjahrspilz, bedarf aber wegen der vielen Schlupfwinkel in ihren Hüten einer besonders gründlichen Reinigung.















Hohe Morchel

Morchella elata (Fr. ex Pers.)

Hohe Morchel - Morchella elata (Fr. ex Pers.)Spricht man bei der Speisemorchel, auch Rundmorchel genannt, von einem barocken, dann muss man der Hohen Morchel ein gotisches Aussehen zubilligen.

- Merkmale: Hut: Hoher, schlanker, spitzer und dunkler als bei der Speisemorchel. Auffallend sind die kräftigen Längsrippen, die nahezu parallel verlaufen. Sie werden bald schwärzlich. Stiel: Weiß mit kleiiger Oberfläche, innen hohl. Fleisch: Wie bei der Speisemorchel.

- Vorkommen: An ähnlichen Plätzen wie die Speisemorchel, jedoch viel seltener.

- Verwechslung: Da es keine giftigen Morcheln gibt, wäre eine Verwechslung ohne praktische Bedeutung.

- Verwendung: Auch die Hohe Morchel ist essbar, doch ist sie im Geschmack der Speisemorchel unterlegen. Quer zur Längsachse in Scheibchen geschnitten, erinnern die zubereiteten Pilze an Zahnrädchen und Beilagscheiben.




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