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Prachtbecherling

Prachtbecherling

Sarcoscypha coccinea (Fr.) Lambotte

Prachtbecherling - Sarcoscypha coccinea (Fr.) LambotteDieser wundervolle Pilz, in England als der schönste aller Becherlinge gepriesen, lässt beim Finder das Herz höherschlagen.

- Merkmale: Becher: Zuerst krug-, dann schalen- oder schüsseiförmig, bis zu 5 cm Durchmesser. Der gelbliche Rand wird später wellig und reißt ein. Die Innenseite des Bechers ist leuchtend zinnoberrot, die Außenseite weißlich, flockig, mit verfilzten, durchsichtigen Haaren. Stiel: Kurz, feinfilzig. Fleisch: Wachsartig, zerbrechlich.

- Vorkommen: Die Fruchtkörper entfalten sich im unmittelbaren Anschluss an die Schneeschmelze. Da diese, je nach Höhenlage, zu verschiedenen Zeiten eintritt, kann man den Prachtbecher von Februar bis in den Mai finden, in besonders milden Landstrichen aber auch schon im Winter. Die Pilze wachsen stets an feuchten Plätzen, immer auf abgestorbenen, oft mit Moos überwachsenen, herabgefallenen Ästchen. In manchen Gegenden selten, doch häufig auch übersehen.

- Verwechslung: Es gibt ähnliche, kleinere, rote, ungiftige, doch meist winzige Becherlinge.

- Verwendung: Man sollte es gar nicht sagen, dass der Prachtbecherling essbar ist. Jeder wahre Naturfreund wird sich scheuen, dieses herrliche Gebilde zu zerstören. Er betrachtet nicht jeden Pilz als ein wohlfeiles Nahrungsmittel. Die größere Freizeit an den Wochenenden, die längere Urlaubszeit, die Möglichkeit mit dem Auto bequem auch entfernte Waldungen zu erreichen, haben allerdings dazu geführt, dass immer mehr »Naturfreunde«, die diesen Namen wirklich nicht verdienen, an Pilzen interessiert sind. Sie kennen keine Pilze, wollen sich die Mühe des Kennenlernens ersparen und sammeln deshalb einfach alles, groß und klein, was sie in die Finger bekommen, denn im Auto kann man es leicht mitführen. Die kiloschwere Ernte wird einer Beratungsstelle vorgelegt, nicht um das Wissen zu erweitern, sondern diese Leute wünschen nur, die Sortierung der Pilze in essbare und genießbare Schwämme. So kommt es dazu, dass oft 90% der vorgelegten Pilze, darunter seltene und schöne, wie der Prachtbecherling, in der Mülltonne verschwinden. Nützt die Belehrung und Ermahnung der Berater nichts und wiederholt sich solcher Raubbau an vielen Wochenenden von vielen Sammlern, dann sind manche Arten vom Aussterben bedroht. Der Prachtbecherling in seiner Schönheit bewege uns dazu, den Pilzen mit Schonung, Bewunderung und Verständnis zu begegnen.




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